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Probe - „Projektprüfung“ (PPp) am Ende der Hauptschule

Vom 25.-28.02.03 haben wir an unserer Schule eine PPp (Probe-Projektprüfung)für die SchülerInnen unserer beiden neunten Hauptschulklassen durchgeführt. Meine Kollegin und ich, als Klassenlehrkräfte, haben in den letzten Wochen eine ausführliche Dokumentation dazu erstellt. Eine kurze Fassung befindet sich auf dieser Site. Ausführlicher berichten wir in unserer Druckschrift:

 

Projektprüfung 2003 an der Nibelungenschule Hofheim,
Dokumentation eines Probelaufs von Regine Ofenloch und Bertram Schmitt


Näheres siehe unter Druckversion

Die Dokumentation ist nach Ostern erhältlich für 7€ (Postversand: 8,50 € ) über:
Nibelungenschule-Hofheim@t-online.de

 

 

"Projektphasen"

Zeitplan

Vorlaufphase

 


1. Themenfindung,
2. Gruppenbildung,
3. Betreuungslehrkräfte



13.01.03 - 17.01.02

Vorbereitung


20.01.03 – 14.02.03

wöchentliche Projektstunde mit Betreuungslehrkräften


4. Projektbeschreibung erstellen
5. Genehmigung
6. Material beschaffen/ erkunden
7. Arbeitstagebuch beginnen

 

Durchführung

 
17.02.03 -21.02.03

Projektwoche mit 4 x 4 Stunden Zeit (vorwiegend) an Nachmittagen in der Schule zur Bearbeitung der Themen in Gruppen


8. Material auswerten / bearbeiten
Weiterführung Arbeitstagebuch
9. Realisierung
10. Präsentation vorbereiten

Präsentation

 

 25.02.03 – 28.02.03


11. Ergebnis präsentieren
12. Ergebnis reflektieren
13. Prozess reflektieren

 

Folgende Erklärungen zu den einzelnen Schritten (entsprechend Nummerierung oben) hatten wir für Eltern und SchülerInnen aufgeschrieben:

 1. Themenfindung: Zur Wahl stehen alle Themen, die SchülerInnen interessieren und die sich für eine Präsentation entsprechend aufbereiten lassen.  

2. Die Arbeit soll in Gruppen erfolgen. Dreiergruppen werden als optimal angesehen. Das heißt, dass sich jede Gruppe auf ein Thema einigen muss. Während der Arbeit ist Teamfähigkeit dadurch besonders wichtig. 

3. Jeder Gruppe soll eine Lehrkraft zur Betreuung zur Verfügung stehen. Das kann je nach Thema ein/e Fachlehrer/in sein oder auch der/ die Klassenlehrer/in.

 4. Wenn sich eine Gruppe gefunden, auf ein Thema geeinigt und Material beschafft hat, formuliert sie auf einem Formblatt (wird den SchülerInnen ausgehändigt) eine „Projektbeschreibung“.

5. Diese wird vom Schulleiter genehmigt. Erst dann kann die Erarbeitung beginnen.

6. Ist das Gruppenthema klar, kann die erste Phase der Materialbeschaffung beginnen ( Bibliothek, Bücher, Internet, Fachleute, usw.) 

7.. Da der Arbeitsprozess der Gruppe für sie selbst , die betreuenden Lehrkräfte und auch die Prüfungskommission nachvollziehbar sein muss, führt jede Gruppe ein Arbeitstagebuch. (Formblätter erhält jede Gruppe) 

8./9/10 Während der Durchführungsphase erfolgt die Gruppenarbeit an 4 Nachmittagen (in Ausnahmen auch morgens) in der Schule, weil dort Hilfsmittel, wie Material, Computer, Werkzeug usw. zur Verfügung stehen. Betreuende LehrerInnen stehen mit Rat zur Seite, möglichst ohne tätigen Einfluss auf den Fortgang der Arbeit zu nehmen. 

11. Während der Präsentationstermine stellt jede Gruppe die Ergebnisse ihrer Arbeit in 15 bis 30 Minuten vor. Das Arbeitstagebuch wird ebenfalls vorgelegt. 

12./13 Jeder Gruppe stellt anschließend ihre Einschätzung der Ergebnisse vor der Jury dar. Ebenso stellt sie ihre Einschätzung des gesamten Arbeitsprozesses dar. (15-30 Minuten) 

Die Bewertung der einzelnen SchülerInnen erfolgt nach der Prüfung. Bewertet wird das gesamte Projekt. Die einzelnen Prüfungsteile werden vorher gewichtet. Der individuelle Anteil jedes/r SchülerIn an der Gruppenarbeit zählt. Es gibt eine verbale Beurteilung als Anhang am Zeugnis und eine Ziffernote. (Deren Eintrag erfolgt in diesem Schuljahr auf Wunsch.)

oben

 

Die AGs und ihre Vorhaben
"Projekttage"
Präsentation

Am "Reitsport" fanden Denise, Nadine und Tamara Interesse. Sie kamen durch ihr Hobby zum Thema. Vorgestellt wurden Dressurreiten, Springreiten und Westernreiten unter den Gesichtspunkten: Geschichte, Pferde, Ausstattung, Kleidung und Ausbildung von Pferd und Reiter.

 

AG  Reiten  bei der Arbeit
AG Reiten  im Gespräch

Die Arbeitsgemeinschaft "Angelsport" bestand aus vier Jungen, von denen zwei aktiv diesem Hobby nachgehen. Andreas F., Andreas Sch., Florian und Timo berichteten über Körperbau und Lebensraum von Fischen, Ausrüstung des Anglers und Köder.

 

AG Angeln bei der Arbeit Timo stellt vor

Für das Leben des "Rappers Tupac", Gangster mit Herz und Gedichteschreiber,interessierten sich Bilgen und Kevser. Sie erzählten von seiner Herkunft, seinem Tod, seiner Musik, seinen Gedichten und der "Seven Day-Theorie", wonach er seine "Wiederkehr" plane.

 

AG Tupac arbeitet AG Tupac berichtet

 

Kim, Svenja und Valea befragten Goßeltern und andere ältere Leute, die den Nationalsozia-lismus miterlebt hatten,zur "Hitlerjugend" und dem "Leben von Frauen". Sie stellten die Person Hitlers da und gaben wieder, wie Zeitzeugen aus ihrer Sicht, das Erlebte wahrnahmen.

 

AG Nationalsozialismus am PC AG Nationalsozialismus vor dem Vortrag

 

Dorothee, Ina, Nadine G., Sandrine und Tamara gaben einen kurzen Ablauf der allgemeinen Tanzentwicklung wieder. Weiterhein erklärten sie fünf Standardtänze, und führten deren Grundschritt jeweils vor um sie abschließend mit den Männern der Jury einzuüben.

 

 

AG Standardtanz arbeitet B.Schmitt lernt Cha Cha Cha
Die Gruppe Street- Skateboard bestand aus Alexander, Daniel und Tobias. Sie berichteten über die Entwicklung des Skate-boards, die Entstehung verschiedener Jugendkulturen, einschlägige Firmen der Branche, zeigten einen selbst gedrehten Videofilm und führten Skate-Tricks vor. Skateboarder am Boden
Alex in der Luft

Mit Moderner (deutscher) Musik beschäftigten sich Jennifer, Natascha und Sigrid. Sie erstellten eine Zeitleiste der Musikstile, führten Näheres über Pop, Hip- Hop und Techno aus und stellten jeweils Vertreter der Richtung vor. Abschließend berichteten sie über Ergebnisse einer Beliebtheitsumfrage unter SchülerInnen unserer Schule.

 

AG Musik am PC AG Musik trägt vor


Dennis, Michael und Sven setzten ein Go-Kart in Stand, das Michaels Opa ihm gebaut hatte. Sie verlängerten das Kart (der Hausmeister erledigte Schweißarbeiten), bauten einen neuen Sitz ein, verbesserten kleinere Teile und versahen den Rahmen mit einem neuen Anstrich. Über diese Arbeit berichteten sie. Probefahrten gab es auch.

 

AG  Go-Kart schraubt Michael erklärt


Frauke, Katharina und René erarbeiteten Informationen für unsere Abschlussfahrt nach Maldegem in Belgien im Juni. Bestandteile ihrer Präsentation waren Informationen über Bel-gien, Maldegem als Partnerstadt von Lampertheim, seine Stadtteile und Sehenswürdigkeiten, und über die Nordseeküste, sowie Brügge und Brüssel als mögliche Ausflugsziele.

 

AG Maldegem  formatiert  Texte AG Maldegem trägt vor

 

Einige Schlussfolgerungen nach unserer "Projektprüfung"

Was wir jetzt durchgeführt haben, ist letztlich nicht zu benennen als "Projektarbeit" oder "Projektprüfung" (siehe z. B Gudjons, Hänsel u.a. ) sondern als "intensiv betreute Arbeit in frei gewählten Kleingruppen mit verstärkter Tendenz zur Selbstständigkeit bei der Auswahl ihrer Vorhaben, deren Erarbeitung und Präsentation sowie nachfolgender Bewertung".

Grundsätzlich sind die Ergebnisse unseres Probelaufs "Projektprüfung" (PPp) positiv einzuschätzen:
- eine Reihe von SchülerInnen zeigte eine ordentliche Portion Eigeninitiative und Selbstständigkeit bei der Erarbeitung und Präsentation ihrer Themen, schwächere Schüler bewiesen durchaus praktische Fähigkeiten in der Durchführungsphase
- die Vorerfahrungen unserer diesmal betroffenen SchülerInnen durch fächerübergreifende, handlungsbetonte, produktausgerichtete Unterrichtseinheiten, die in den vorgehenden Jahrgangsstufen seit Klasse 5 von uns durchgeführt wurden, zeigt positive Wirkung: Umgang mit PC (Textverarbeitung, Internet), Präsentationstechniken (Plakat- oder Folienerstellung, Selbstdarstellung bei der Präsentation). Dies verdeutlicht gleichzeitig die Notwendigkeit einer entsprechenden Umstellung der Unterrichtsarbeit für alle SchülerInnen unserer Schule in Zukunft.
- während die Präsentationtechniken als die Fertigkeiten der SchülerInnen bereits positiv entwickelt werden konnten, zeigen sich Schwächen im Bereich selbständiger inhaltlicher Schwerpunktsetzungen, Konzepterarbeitung und Planung von Arbeitsvorhaben. Diese Fähigkeiten und damit verbunden die Fähigkeiten zur Kommunikation, zum Finden gemeinsamer Interessen, zum Ausgleich unterschiedlicher Kompetenz und Motivation lassen sich nur wesentlich schwerer herbeiführen. Gerade hier machen sich Sozialisationsdefizite und Schwierigkeiten der Persönlichkeitsentwicklung mancher HauptschülerInnen stark bemerkbar. Durch reines Training lässt sich diesbezüglich wenig bewirken. Hier ist langwieriges pädagogisches Bemühen und Sozialarbeit gefordert. Aus welchen personellen Quellen diese sprudeln soll, bleibt offen.
- auch für die beteiligten Klassenlehrkräfte machten sich vorhandene Erfahrungen bezüglich der Organisation des Ganzen und des Umgangs mit den SchülerInnen hinsichtlich selbstständigen Arbeitens und hinsichtlich deren Verhalten vor und während Präsentationen , natürlich positiv bemerkbar. Wir fingen nicht bei Null an.

Für die Umsetzung von Projektarbeit im alltäglichen Unterricht der Klassen ab Klasse 5. der Hauptschule lässt der Ablauf der PPp allerdings nur bedingt Rückschlüsse zu:
- Eine derartig gute Lehrer-Schüler Relation (1:3,4,5), wie wir sie jetzt herstellen konnten, wobei KollegInnen erhebliche Mehrarbeit in Kauf nahmen, ist normalerweise nicht drin, real liegt sie bei 1: 18-29
- wie divers es ist vergleichbare Vorhaben mit einer Klasse (18-29 SchülerInnen) durchzuführen, bei der ein Lehrer alle betreut, wissen Lehrkräfte unserer Schule, die dies umsetzten, gut einzuschätzen
"Hobbygruppen" kamen besser mit ihrer Thematik zurecht, da sie z. T. schon gute Kenntnisse in einem Gebiet hatten, während andere sich ihr Wissen erst erarbeiten mussten. Das fällt den HauptschülerInnen bekanntlich nicht leicht.
- da über die gesamte Schulzeit nicht nur "Hobby" bezogene Vorhaben zur Themenwahl zur Verfügung stehen, wird auch das Themen finden viel schwieriger, da die SchülerInnen langfristig Interessen entwickeln müssen, die sich aus ihren persönlichen Vorlieben nicht unmittelbar ergeben, sondern durch Schule erst geweckt werden sollen. Damit gerät das Problem des Motivierens der SchülerInnen für früh beginnende und längerfristige Arbeit an "Projekten" verstärkt ins Blickfeld.
- die Frage ist darüber hinaus, wie lassen sich verbindliche Themen in Lehrplänen mit der freien Themenwahl bei Projektarbeit , wie zentrale Abschlussprüfungen in Hauptfächern mit kooperativ angelegten "Projektprüfungen" in Einklang bringen. Hier wird den Lehrkräften und SchülerInnen in der Hauptschule ein Spagat abverlangt, der unter jetztigen Bedingungen kaum zu leisten sein wird. Den zentralen Abschlussarbeiten sehen wir denn auch mit erheblicher Skepsis entgegen.
Wir sind gerade an unserer Schule dabei für jedes Schuljahr der HS vorerst ein fächerübergreifendes Vorhaben herauszukristallisieren, dass LehrerInnen und SchülerInnen die Möglichkeit bietet "projektartiges" Arbeiten zu üben. Schon das lässt sich nicht einfach an. Geht es perspektivisch um verbindliche Lernstandards muss sowieso neu diskutiert und sortiert werden.

Beobachtung und Bewertung der einzelnen Phasen der "Projektprüfung" bleiben problematisch:
Nur für wenige Gruppen konnten wir Lehrkräfte uns weitgehend auf Beobachtung und leichte Beratung beschränken. Das Verhältnis von Beratung und Beobachtung und aktiverem Einwirken gerät oft zum problematischen Balanceakt bis hin zum Eingreifen von Seiten der Lehrkraft im Falle des drohenden "Scheiterns" von AGs, das es andernfalls gegeben hätte. Bei einem Probedurchlauf, wie dem unsrigen lässt sich die Entscheidung bestimmten Schülern auf die Sprünge zu helfen noch leichter nehmen, als wenn es demnächst um verbindliche Prüfungen geht. Und machen wir uns nichts vor, es wird unter diesen Voraussetzungen einige SchülerInnen geben, die an der Aufgabe "Projektprüfung" scheitern. Selbst wenn das Ganze in einigen Jahren vielleicht viel intensiver vorbereitet ist.
Wir halten es im Moment nicht für angebracht supra detaillierte Kriterienbögen für die Beobachtung und Bewertung von AG -Arbeit und Präsentation auszuklügeln. Dies ist unserer Erfahrung nach für uns als nicht rein beobachtende sondern in einen Prozess involvierte BetreuerInnen nicht hilfreich.
Solange SchülerInnen nur undifferenziert und spät vorbereitet werden, auf das was ihnen bei der "Projektprüfung" abverlangt wird, macht es keinen Sinn sie nach differenzierten Indikatoren einzuschätzen und nach detailliertesten Kriterien zu bewerten. Solche Maßstäbe müssen analog zur Entwicklung und Ausdifferenzierung tatsächlicher "Projektpraxis" in den Schulen wachsen.

oben

 

"Projekt-Kür" als Schülervorführung und Klassenabend

Donnerstag, 3.04.03, 8.00 Uhr in der Aula für SchülerInnen
Freitag, 4.04.03, 19.30 Uhr , Klassenabend

Abfolge der Präsentationen der AGs

1. Street Skateboard
(Alexander, Daniel, Tobias)
2. Maldegem -Vorinformationen für die Abschlussfahrt
(Frauke, Katharina, René)
3. Jugend und Frauen im Nationalsozialismus
(Kim, Svenja, Valea)
4. Standardtänze
(Dorothee, Ina, Nadine G., Sandrine, Tamara M.)
5. Instandsetzung eines Go -Karts
(Dennis, Michael, Sven)

Pause (Go -Kart -Gewinnfahrten*)

6. Tupac - Gangsta-Rapper mit Herz
(Bilgen, Kevser)
7. Angelsport
(Andreas F., Andreas S., Florian, Timo)
8. Moderne (deutsche) Musik
(Jennifer, Sigrid, Natascha)
9. Reitsport
(Denise, Nadine R., Tamara H. )

* Wir verkaufen Lose für 50 Cent. Es gibt 13 Gewinn -Lose.
Wer gewinnt, darf 2 Runden mit dem Go-Kart über den Schulhof fahren.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!
Wer einen Unfall baut, muss den Schaden ersetzen!!!


Während der eigentlichen "Projektpräsentation" hatten wir keine Gäste zugelassen, damit die NeuntklässlerInnen sich ordentlich auf ihre Vorstellung konzentrieren konnten. Auch für die Jury (Prüfungskommission) war es von Vorteil, ohne Störung Beobachtungen und Bewertungen, Vornoten und Endnoten diskutieren und festlegen zu können. Andererseits gab es gute Gründe, die Ergebnisse der AGs einer Öffentlichkeit vorzustellen.
SchülerInnen der Hauptschulen steht mit großer Wahrscheinlichkeit künftig die verpflichtende Teilnahme an Abschlussprüfungen bevor. Also ist es nahe liegend, ihnen bereits frühzeitig Aufgaben und Chancen, Schwierigkeiten und Verfahrensweisen zu veranschaulichen.
In der Hako hatten wir deshalb beschlossen in der letzten Woche vor den Osterferien unsere übrigen Hauptschulklassen für einen Schulmorgen in die Aula zu einer Vorstellung einzuladen.
Auch für die HauptschulkollegInnen, die nur für die von ihnen betreute AG bei der Präsentation anwesend sein konnten, böte sich so die Möglichkeit zu sehen, was die anderen Gruppen erarbeitet hatten.
Last but not least gehört es seit vielen Jahren zur Tradition der Klassen von B. Schmitt (siehe Bausteine) entsprechende Schülerprodukte bei Klassenabenden den Familien und Freunden der SchülerInnen mindestens einmal im Schuljahr zu präsentieren. Demnach war auch ein entsprechender Klassenabend im Sinne der von uns gepflegten schulischen Öffentlichkeitsarbeit angesagt.
Soweit so gut! Allerdings hatten wir, wie es zunächst schien, die Rechnung ohne den Wirt gemacht: etliche unserer NeuntklässlerInnen wollten ihre Arbeit nicht noch mal vorstellen. "Wir sind froh, dass der Prüfungsstress jetzt überstanden ist!" " Unsere Arbeit war für die Prüfung, was interessiert das unsere Eltern." So wurde die Ablehnung von manchen begründet. Andere sagten nichts, sondern schüttelten einfach den Kopf. Letztlich schien es, als seien nur 4 von 9 Gruppen wirklich bereit, ihre Präsentation erneut vorzustellen.

Einige SchülerInnen schrieben Entwürfe für Einladungen, im Kollegium schlugen wir uns mit der Terminfestlegung herum und schließlich wurden vereinbart Donnerstagmorgen und Freitagabend vor den Osterferien. Zwischendurch war auch Frust und Ärger des Klassenlehrers über ihre Verweigerungshaltung den SchülerInnen bei einem Kreisgespräch verdeutlicht worden. Ende der Vorwoche wurden die Rückmeldeblätter der Eltern eingesammelt. Nachdem über dreißig Personen angemeldet waren suchten wir nochmals das Gespräch mit unseren "Zauderern" und siehe da die Ablehnung bröckelte.
Alle Unterlagen und Plakate mussten wieder bereitgestellt werden - glaube niemand, das Kümmern sei für alle Kids eine Selbstverständlichkeit, zwei unserer guten alten selbstgebauten Stellwände waren aus dem Leim, für den Ausfall einer kranken Schülerin war eine Lösung zu finden, mit den Elternvertretern wurde verabredet, dass sie sich um Getränke und Knabberzeug kümmerten, die anderen Klassen wurden eingeladen, die Reihenfolge der Gruppen wurde besprochen und der Ablauf geklärt für die Go-Kart Nummer wurde ergänzend ein Losverkauf vorbereitet.

Donnerstag: 03.04.03

Gleich früh um acht begann die Vorstellung der AGs. Die Klassen 5, 6 und 7 waren samt Klassenlehrerinnen als Zuschauer anwesend. Die 8. Klasse war leider im Praktikum. Für sie wäre die Anschauung besonders wichtig gewesen. Als es ernst wurde, hatten einige der SchülerInnen ein bis zwei Tage vorher doch noch mal ihr Konzept in die Hand genommen und geprobt.
Die Skateboarder verschafften einen gelungenen Auftakt. Das Fehlen einer Schülerin konnte die Maldegem - Gruppe nicht recht ausgleichen. Den Mädchen, die Aspekte des Nationalsozialismus vorstellten, fiel ihr Auftritt diesmal erheblich leichter. Fast schon Unterhaltungswert erreichten die Standardtänzerinnen. Wenn sie Mitschüler zum Tanzen lernen aufforderten, gab es jeweils viel Applaus, wie das Publikum überhaupt mit Beifall nicht sparte. Das lockerte das Ganze auf und machte den Aktiven Mut. Nach der großen Pause stellten die drei Go-Kart-Bauer ihre Arbeit vor. Danach gab es eine große Nachfrage nach Losen. Die Gewinn-Probefahrten hätten gut und gerne eine statt eine halbe Stunde dauern können.


Gewinn Sven, Dennis, Michael


Niete Ende einer Probefahrt


Danach stellten noch vier Gruppen ihre Themen vor: Die beiden Tupac-Girls beeindruckten einmal mehr durch ihren durchorganisierten und synchron angelegten Vortrag. Angelsportler und Musikexpertinnen brachten ihre Themen eher besser als bei der Prüfung rüber. Am Ende mussten die beiden Reiter-Mädchen, die durch das Fehlen einer Mitschülerin so schon gehandicapt waren, ziemlich gegen die wachsende Ungeduld der MitschülerInnen kämpfen. Sie standen das aber tapfer durch. Schließlich wurde dem Publikum mit neun Vorträgen auch viel zugemutet. Und uns Lehrkräfte verwunderte dessen Disziplin schon eher. Offensichtlich hatte den MitschülerInnen aus den anderen Klassen der Morgen gut gefallen. Einige erklärten ihren Lehrerinnen, so etwas würden sie auch gerne machen.

Freitag 04.04.03: Klassenabend:

Cirka 40 Besucher- Eltern, Geschwister auch ehemalige SchülerInnen hatten Interesse an der Vorführung der "Projektergebnisse". Wie tags zuvor stellten alle AGs nochmals ihre Arbeit vor. Auch das eher erwachsene Publikum applaudierte kräftig. Dies war um so mehr gerechtfertigt, als die Präsentationen durchweg erneut verbessert waren. Der Erfolg bei den Erwachsenen tat den Jugendlichen offensichtlich gut. "Es ist ein richtig tolles Gefühl, vor den Eltern zu stehen", meinte einer der Jungen. So war das ganze ein prima Erfolg und ein gelungener Abschluss vor den Osterferien.
Der anfängliche Widerstand gegen ein erneutes Auftreten hatte den ernstzunehmenden Hintergrund, dass viele einfach Angst hatten sich zu blamieren. So ergab ein Telefonat unseres Schulleiters mit einem "kranken" Mädchen, dass es Angst hatte, die MitschülerInnen würden sie wegen ihres Dressurreiterkostüms auslachen. Sie machte ihre Sache beim Klassenabend trotzdem ausgezeichnet. Die Erfahrung, die eigene Angst überwunden und damit einen Erfolg eingefahren zu haben, hat letztendlich dem Ego einiger Neuntklässler sicher gut getan.

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