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(Meine)
Meinung
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Schulreform Wie man Schule entwickelt,
Meiner Meinung nach... Zu den Themen "
Anpassung des Bildungswesens an wirtschaftliche Strukturen" Privatisierungsreports der GEW
" Neue Verwaltungssteuerung im Bildungsbereich - Mehr Eigenverantwortung statt mehr zentrale Kontrolle"
Die GEW - Kreis Bergstraße ehrt langjährige Mitglieder
Nur
wer schon als junge Lehrkraft die Wichtigkeit und Notwendigkeit der
Mitgliedschaft in der LehrerGEWerkschaft erkennt, kann später auf
eine langjährige Zugehörigkeit zurückblicken. |
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...alte Vorbemerkung Ende 2002 habe
ich mich hier zur Einführung von Projektprüfung und Hauptschulabschlussprüfung
in Hessen geäußert. Der Text ( siehe auf der Seite weiter
unten) erschien in der HLZ 1-2003 der GEW-Hessen. Mir ging es dabei
nicht um Kritik um der Kritik willen, sondern um Einschätzungen
von Entwicklungen oder Fehlentwicklungen und das Aufzeigen von Alternativen
vor dem Hintergrund von 25 Jahren engagierter Arbeit in der (Haupt-)schule.
Ich gehe davon aus, dass ich weiß, wovon ich rede. Zu Vielem habe ich eine Meinung, aber nicht die Zeit immer etwas aufzuschreiben - was mich immer weniger wundert! Da ich ab und an Kommentare, Einschätzungen und Stellungnahmen langjährig engagierter Kolleginnen und Kollegen lese, die sich mit der angerissenen Problematik fundiert auseinandersetzen, habe ich beschlossen, solche hier abzudrucken oder auch, soweit möglich, per Link darauf zu verweisen. - Stellungnahme des Schulleiters der Pestalozzischule Raunheim zum Brief der Kultusministerin Karin Wolff vom 8. Dezember 2003 aus HLZ 4-2004, S.27 - Stellungnahme einer Grundschule in Lampertheim zum Ansinnen Lesestandards für die Klasse 2 zu erarbeiten vom 3.2.2004 - eigener Text zur Einführung von Projektprüfungen und zentralen Hauptschulabschlussprüfungen in Hessen vom Dezember 2002 |
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Am 8. Dezember 2003, schrieb Kultusministerin Wolff (CDU) einen Brief "an die Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern in Hessen" Sie kündigte "einen geordneten Start ins zweite Schulhalbjahr an" an. Der "hohe Stand der Unterrichtsversorgung" bleibe erhalten, für "Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung des Unterrichts" stünden zusätzlich 8.000 Stunden zur Verfügung. Schulleiter Lothar Bühler trieb es die Zornesröte ins Gesicht und lud die Kultusministerin zu einem Besuch der Pestalozzischule in Raunheim ein. Die HLZ dokumentiert seinen Brief in leicht gekürzter Form. Sehr geehrte Frau Wolff, die Zeile von Heinrich Heine, in der er Bezug nimmt auf die damaligen politischen Umstände, drückt ziemlich genau das aus, was ich zur Zeit empfinde. . Seit rund 30 Jahren bin ich Lehrer. In dieser Zeit habe ich an zahlreichen Schulen im In und Ausland, in unterschiedlichen Altersklassen und Schulstufen und in den verschiedensten Funktionen unterrichtet. Zeitlebens habe ich mich für die Verbindung von pädagogischer Theorie und Praxis eingesetzt und mich so für die Weiterentwicklung des Schulwesens engagiert. Nun bin ich 54 Jahre alt und Schulleiter einer großen Grundschule mit fast 700 Schülerinnen und Schülern. Täglich erlebe ich Kinder, die auf Grund der herrschenden Umstände keine wirkliche Chance haben, hilflos resignierte Eltern und ausgepowerte Lehrkräfte. Ich erlebe Menschen, die über Jahre hinweg unermüdlich den schulischen Mangel an Ausstattung und den menschlichen Mangel an Zuwendung auszugleichen versuchen, und andere Menschen, die dabei behilflich sind. Es sind erstaunlich viele, aber zu wenige für die herrschenden Mängel. Ich erlebe eine Schule, die neben ihrer außergewöhnlichen Größe dadurch gekennzeichnet ist, dass sie direkt in der Einflugschneise des Flughafens liegt (Überflughöhe 280 Meter mit den entsprechenden Lärm und Gesundheitsbelastungen), und als einzige Grundschule der Stadt alle Kinder aus dem gesamten sozialen Spektrum möglichst optimal zu erziehen und zu unterrichten versucht. Dies war schon in der Vergangenheit nicht einfach und ist nun noch schwieriger. Dass das schulische Leben überhaupt noch so relativ gut funktioniert, ist Lehrkräften zu verdanken, die deutlich und über Jahre hinweg mehr leisten, als die Dienstordnung vorschreibt, und Eltern, die nicht nur das Wohl der eigenen Kinder als Richtschnur haben. Der Umgang mit dieser Situation ist schwer. Dass sich die Situation trotz eines relativen Wohlstandes im Land auch im Laufe der Jahre nicht verbessert hat macht es schwerer. "Unerträglich" wird es jedoch, wenn man als Schulleiter Briefe an Eltern und Lehrkräfte weiterleiten soll, die die tatsächliche Situation schön färben, gravierende Probleme klein reden oder auch negieren. Frau Wolff, glauben Sie mir: Es ist nicht richtig, wenn Sie in Bezug auf Ihr Kürzungsprogramm, genannt "Operation Sichere Zukunft", den Eltern erklären: "Es kann also keine Rede davon sein, dass die Unterrichtsversorgung schlechter würde." Und es ist auch nicht richtig, dass Sie und Ihre Politik für die relativ erfreulichen Leseleistungen unserer Schülerinnen und Schüler verantwortlich sind, so wie Sie es für sich in Ihren Kommentaren zu den jüngsten Veröffentlichungen der IGLU Untersuchung in Anspruch nehmen. Wenn ich mir den täglichen Kampf für eine kindgerechte und Leselust weckende Erziehung an unserer Schule vor Augen führe, der von engagierten Lehrkräften, Eltern, Vereinen und Einzelpersonen getragen wird, so empfinde ich Hochachtung für diese stillen und unspektakulären Leistungen. Diese Menschen schielen nicht nach Kameras, öffentlichem Lob, nicht nach Geld, nicht nach Freizeitausgleich oder etwa nach fremden Federn. Diese Menschen haben eigene und fremde Bücher, Gelder und unendlich viele Arbeitsstunden zusammengetragen, um eine Schulbibliothek einzurichten, ein Erzählcafe und Bücherkisten für die Klassen zu organisieren und vieles mehr. Sie führen weit über ihre verpflichtenden beruflichen Tätigkeiten hinaus Lesewettbewerbe und Lesenächte durch und erreichen so, dass Kinder selbst aus so genannten bildungsfernen Schichten die Welt der Bücher und der Literatur kennen und lieben lernen. Sie kürzen mit der "Operation Sichere Zukunft" die Lehr- und Lernmittel um 20%, für die Herkunftssprachen sogar um 25 %. Mitten im Schuljahr musste ein neuer Stundenplan erstellt werden, der von pädagogischen Kriterien weit entfernt ist. In unserer Schule, wo jedes Kind besonders dringend seine feste Bezugsperson braucht, haben wir nun wieder Doppelklassenführungen. Auf Dauer am schlimmsten ist jedoch, dass entgegen jeglicher Erkenntnis modernen Personalmanagements das wichtigste Kapital jeden Unternehmens leichtfertig verspielt wird die Motivation der Mitarbeiter. Frau Wolff, glauben Sie wirklich, dass man Menschen, die bereits seit Jahren (auch von Ihnen) anerkanntermaßen überbelastet sind, ohne Auswirkungen auf deren Gesundheit oder auf deren Arbeitsverhalten einfach weiter belasten kann? Halten Sie dies für gekonntes Management? Ihr Kürzungsprogramm ist unseriös zu nennen. Es bezuschusst großzügig Herrschaftsbauten und Luxus auf Kosten von sozial Schwachen und ist daher letztendlich bildungsfeindlich. All dies wird aber für mich im Heine'schen Sinne "unerträglich", wenn es in der marktschreierischen und realitätsverschleiernden Sprache der Werbebranche vorgetragen wird. So wird aus der Arbeitslosigkeit einer Referendarin, die wir kürzlich an der Pestalozzischule ausgebildet haben, eine "Einstellungsdelle", aus der Arbeitszeiterhöhung unserer Lehrkräfte ein "Produktivitätsgewinn", aus einem bildungspolitischen Kahlschlag eine "Bildungsoffensive" und aus dem konsequenten Negieren von Erfahrungen der PISA - Siege r Länder ein "Bildungsland". Oftmals wollt ich fast verzagen, (frei nach H. Heine) Mit freundlichen Grüßen |